Anonym anrufen: was verborgen bleibt und was nicht

Anonym anrufen verbirgt deine Nummer nur auf dem Display des Angerufenen. Was der Anbieter weiter protokolliert, wer sie trotzdem sieht und wie #31# wirklich wirkt.

Ein dunkler Telefonhörer liegt seitlich auf einer weiten leeren Fläche, sein Kabel verliert sich im Schatten, nur eine warme Lichtkante zeichnet die obere Kontur nach

Wer anonym anrufen will, findet innerhalb von Sekunden eine Anleitung: drei Zeichen vor die Nummer, fertig. Das stimmt sogar. Nur beschreibt es einen kleineren Vorgang, als die meisten Leute vermuten. Die Rufnummernunterdrückung schaltet genau eine Anzeige ab, nämlich die auf dem Gerät der Person, die du anrufst. Alles dahinter läuft weiter wie immer.

Dieser Text zeigt beide Seiten. Zuerst die konkreten Wege am iPhone, unter Android und am Festnetz, samt der Vorwahl, die für einen einzelnen Anruf genügt. Danach die ehrliche Kehrseite: wer deine Nummer trotzdem sieht, warum sie beim Notruf immer durchgeht, weshalb sich eine unterdrückte Nummer als Privatperson nicht herausfinden lässt und wie du anonyme Anrufe loswirst, wenn sie dich nerven.

Was beim anonymen Anruf technisch passiert

Jeder Anruf trägt eine Absenderkennung mit sich, im Fachjargon Calling Line Identification. Sie wandert im Signalisierungsteil der Verbindung durch das Netz, getrennt vom eigentlichen Gespräch, und erreicht am Ende die Vermittlung des Angerufenen. Dort entscheidet sich, ob sie auf dem Display landet.

Die Unterdrückung heißt in dieser Welt CLIR, kurz für Calling Line Identification Restriction. Was sie tut, klingt banal und ist genau der Punkt, an dem sich Erwartung und Wirklichkeit trennen: Sie setzt ein Kennzeichen an deine Nummer, das der Gegenstelle sagt, sie möge diese Nummer nicht anzeigen. Die Nummer selbst wird mitgeschickt. Sie ist die ganze Zeit da, sie liegt nur hinter einer Bitte um Zurückhaltung, an die sich die Technik im Regelfall hält.

Eine dunkle spiegelnde Glasplatte liegt flach auf einem Tisch, ihre Oberfläche ist vollkommen leer und hält nur einen einzelnen warmen Lichtreflex
Das Display bleibt leer. Das Netz weiß trotzdem Bescheid.

Genau daraus ergibt sich der Rest dieses Artikels. Ein Netz, das die Nummer kennt, kann sie protokollieren, abrechnen und in besonderen Fällen doch anzeigen. Deshalb gibt es Gegenstücke: CLIP ist die normale Anzeige, CLIRO steht für CLIR Override und beschreibt das Recht bestimmter Anschlüsse, das Kennzeichen zu ignorieren. Welche das sind, kommt gleich.

Anonym anrufen: die Wege im Einzelnen

Es gibt drei Ebenen, auf denen sich die Unterdrückung einschalten lässt, und sie überschreiben einander in dieser Reihenfolge: der Anbieter, das Gerät, der einzelne Anruf.

Für einen einzelnen Anruf: #31#

Die Vorwahl #31# kommt direkt vor die Rufnummer, ohne Leerzeichen. Aus 01701234567 wird also #31#01701234567, dann normal auf den Hörer tippen. Der Anruf geht ohne Nummer heraus, der nächste wieder mit. Die Kombination funktioniert in allen deutschen Mobilfunknetzen und an praktisch jedem Festnetzanschluss, weil sie kein Herstellermerkmal ist, sondern ein alter GSM-Standard.

Umgekehrt geht es genauso. Hast du die Unterdrückung dauerhaft aktiv, willst aber ausnahmsweise erkennbar sein, stellst du *31# voran. Nützlich bei Rückrufen an Ämter, Arztpraxen oder Firmenzentralen, die anonyme Anrufe grundsätzlich abweisen.

Ein Detail für Vieltelefonierer: In der Anrufliste taucht die Vorwahl mit auf, und ein Tippen auf den Eintrag wiederholt den Anruf inklusive #31#. Wer den Kontakt später anders erreichen will, muss die Nummer sauber neu eingeben.

Dauerhaft am iPhone

Der Schalter sitzt in den Systemeinstellungen, nicht in der Telefon-App. Einstellungen, dann Apps, dann Telefon, dort Meine Anrufer-ID senden. Stellst du ihn aus, gehen alle Anrufe ohne Nummer heraus, bis du ihn wieder umlegst.

Diese Option verhält sich eigenwillig. Sie ist keine reine Geräteeinstellung, sondern fragt beim Netz nach und stellt dort etwas um. Ist das Netz gerade schlecht erreichbar, erscheint der Punkt ausgegraut oder verschwindet ganz. Bei manchen Anbietern und in einigen Ländern fehlt er dauerhaft, weil die Unterdrückung nur über den Kundenservice oder das Kundenportal geschaltet werden darf. Es hilft dann, das Telefon kurz in den Flugmodus zu setzen und den Punkt danach erneut aufzurufen.

Dauerhaft unter Android

Hier variiert der Weg je nach Hersteller stärker, das Prinzip bleibt gleich. Öffne die Telefon-App, tippe oben rechts auf die drei Punkte, gehe auf Einstellungen und suche dort nach Anrufkonten, Zusatzdienste oder direkt Anrufer-ID. Am Ende steht eine Auswahl mit drei Punkten: Netzwerkstandard, Nummer anzeigen und Nummer unterdrücken.

Bei Samsung heißt der Zwischenschritt oft Zusatzdienste, bei Pixel-Geräten Anrufkonten, bei Xiaomi liegt er unter erweiterten Einstellungen. Hast du zwei SIM-Karten im Gerät, gilt die Einstellung nur für die gewählte Karte, und die zweite sendet weiter munter deine Nummer. Das ist die häufigste Ursache dafür, dass jemand sich für anonym hält und es nicht ist.

Am Festnetz und beim Anbieter

Am Festnetz übernimmt meist der Router die Aufgabe. In einer Fritzbox liegt der Schalter unter Telefonie, Eigene Rufnummern, im Reiter Anschlusseinstellungen, dort als Rufnummer unterdrücken oder als CLIR-Option je Nummer. Alte ISDN-Telefone haben die Funktion direkt im Menü, analoge Apparate kennen nur die Vorwahl #31#.

Unabhängig davon kannst du bei deinem Anbieter einen Anschluss beantragen, bei dem die Übermittlung der Rufnummer grundsätzlich ausgeschlossen ist. Das steht so in Paragraf 15 des TDDDG und ist ausdrücklich unentgeltlich, sowohl dauerhaft als auch für den einzelnen Anruf.

WegWoReichweite
#31# vor der Nummerdirekt beim Wählennur dieser eine Anruf
*31# vor der Nummerdirekt beim Wählenhebt die Unterdrückung einmalig auf
iPhoneEinstellungen, Apps, Telefon, Meine Anrufer-ID sendenalle Anrufe dieser SIM
AndroidTelefon-App, Einstellungen, Anrufer-IDalle Anrufe der gewählten SIM
Festnetz-RouterTelefonie, Eigene Rufnummern, Anschlusseinstellungenje Rufnummer
AnbieterKundenportal oder Kundenservicedauerhaft für den Anschluss

Wer deine Nummer trotzdem sieht

Jetzt der Teil, den die kurzen Anleitungen auslassen.

Eine dichte Wand aus geflochtenen Kabelbündeln in einem dunklen Raum, ein einzelner Strang leuchtet von innen warm auf und lässt sich durch das Gewirr verfolgen
Ein Strang bleibt sichtbar, auch wenn niemand hinschaut.

Dein Mobilfunk- oder Festnetzanbieter sieht alles. Er muss die Verbindung aufbauen, also braucht er beide Seiten, und er rechnet den Anruf ab, also speichert er ihn. In den Verkehrsdaten steht, welche Nummer wen wann angerufen hat und wie lange gesprochen wurde, im Mobilfunk kommt die genutzte Funkzelle dazu, was einen groben Standort ergibt. Die Unterdrückung ändert an diesem Datensatz nichts. Sie ist ein Vermerk daran.

Der Anbieter der Gegenseite kennt die Nummer ebenfalls, denn sie kommt bei ihm an und wird erst auf der letzten Etappe ausgeblendet. In seinen Protokollen liegt sie vollständig.

Notrufe und einige Sonderrufnummern sehen dich unabhängig von jeder Einstellung. Für 112, 110 und die 116 117 ist die Unterdrückung gesetzlich ausgeschlossen, damit ein abgebrochener Notruf zurückverfolgt werden kann. Es gibt Anschlüsse, die technisch das Override-Recht besitzen, und ein Notruf zählt in jedem Fall dazu.

Werbeanrufer dürfen ihre Nummer nicht unterdrücken. Das steht ebenfalls im TDDDG, und es ist der Grund, warum seriöse Callcenter mit sichtbarer Nummer anrufen und unseriöse mit einer gefälschten. Ein anonymer Werbeanruf ist bereits deshalb ein Regelverstoß, unabhängig vom Inhalt.

Große Anschlussinhaber mit eigener Telefonanlage können in bestimmten Konstellationen mehr sehen, als du erwartest, etwa bei ISDN-Anlagen und Nummernblöcken. Verlassen sollte man sich darauf nicht, aber ausschließen kann man es auch nicht.

Unterm Strich: Anonym anrufen heißt anonym gegenüber einer Person, nicht gegenüber einer Infrastruktur. Wer die Verbindungsdaten in der Hand hat, sieht dich, und diese Daten entstehen bei jedem Anruf neu. Das ist derselbe Mechanismus, dem wir in unserem Text über Metadaten bei Dateien nachgegangen sind: Der Inhalt kann verborgen sein, während die Angaben darum herum die ganze Geschichte erzählen.

Lässt sich eine unterdrückte Nummer herausfinden

Diese Frage wird oft gestellt, und die ehrliche Antwort ist unbequem.

Ein feiner warm leuchtender Faden spannt sich über eine weite dunkle Fläche und endet abrupt in der Bildmitte, wo er in einzelne lose Fasern ausfranst
Die Spur endet dort, wo deine Möglichkeiten enden.

Als Privatperson: nein. Dein Telefon bekommt die Nummer nie zu sehen, denn sie wird in der Vermittlung ausgeblendet, bevor der Anruf bei dir ankommt. Eine App auf dem Gerät kann nichts sichtbar machen, was das Gerät nie erhalten hat, und daran ändert auch kein Rückruf, kein Code und kein Trick etwas.

Die Dienste, die im Netz das Gegenteil versprechen, funktionieren fast alle nach demselben Muster. Du richtest eine Rufumleitung auf ihre Nummer ein, sie nehmen den Anruf entgegen, protokollieren was sie sehen und leiten ihn an dich weiter. Bezahlt wird per Abonnement, das sich leichter abschließen als beenden lässt. Was sie dir liefern, ist im Erfolgsfall dieselbe leere Kennung, denn die Unterdrückung wirkt auch bei ihnen, und ganz nebenbei laufen ab sofort alle deine Anrufe über einen fremden Server.

Es gibt einen legalen Weg, und der führt über deinen Anbieter. Trägst du schlüssig vor, dass bei deinem Anschluss bedrohende oder belästigende Anrufe ankommen, muss er dir auf schriftlichen Antrag Auskunft über die Inhaber der anrufenden Anschlüsse erteilen, auch netzübergreifend. Geregelt ist das in Paragraf 14 des TDDDG, früher stand es als Paragraf 101 im TKG, im Alltag heißt das Verfahren immer noch Fangschaltung.

Drei Dinge solltest du dazu wissen. Die Auskunft betrifft ausschließlich Verbindungen nach Antragstellung, vergangene Anrufe bleiben also im Dunkeln. Du musst die fraglichen Anrufe nach Datum und Uhrzeit eingrenzen, ein Mitschreiben lohnt sich also ab dem ersten Verdacht. Und der Anrufer wird in der Regel darüber unterrichtet, dass Auskunft erteilt wurde, wovon nur abgesehen wird, wenn dir daraus wesentliche Nachteile entstehen könnten. Wer sich bedroht fühlt, geht besser gleich zur Polizei, die im Ermittlungsverfahren andere Möglichkeiten hat.

Anonyme Anrufe sperren

Die produktivere Frage für die meisten Menschen lautet ohnehin andersherum: Wie werde ich diese Anrufe los.

Ein schweres dunkles Metallrolltor ist vollständig vor einem Durchgang geschlossen, warmes Licht drückt nur durch den schmalen Spalt am Boden
Zu ist zu. Auch für den, der klingelt.

Am iPhone liegt unter Einstellungen, Apps, Telefon die Option Unbekannte Anrufer stummschalten. Sie schickt jeden Anruf direkt auf die Mailbox, dessen Nummer weder in deinen Kontakten steht noch kürzlich von dir gewählt wurde. Anonyme Anrufe fallen darunter. Der Anruf erscheint hinterher in der Liste, das Telefon klingelt nur nicht. Rechne damit, dass auch der Handwerker, die Praxis und die Paketzustellung darunter fallen.

Auf Android führt der Weg über die Telefon-App, dann Einstellungen, Blockierte Nummern, wo ein eigener Schalter für unbekannte oder unterdrückte Anrufer sitzt. Je nach Hersteller heißt er anders, die Wirkung ist dieselbe. Zusätzlich gibt es die Anrufer-ID-Prüfung von Google, die verdächtige Nummern markiert, dafür allerdings Rufnummern zur Prüfung an Google schickt.

Am Festnetz bieten die meisten Router die passende Funktion. In der Fritzbox lässt sich unter Telefonie, Rufbehandlung eine Sperre für anonyme Anrufe einrichten, alternativ eine Klingelsperre für Zeiträume. Viele Anbieter schalten dasselbe auf Wunsch im Netz, bevor der Anruf überhaupt bei dir ankommt.

Rechtlich ist dieses Abweisen ausdrücklich vorgesehen: Angerufene müssen die Möglichkeit haben, Anrufe mit unterdrückter Nummer einfach und unentgeltlich abzuweisen. Der Gesetzgeber hat also beide Richtungen bedacht.

Messenger, zweite Nummer, SMS

Ein verbreiteter Irrtum betrifft WhatsApp, Signal und ähnliche Dienste. Ein Anruf darüber läuft über das Internet und trägt keine klassische Rufnummer ins Telefonnetz, weshalb er in keiner Telefonrechnung auftaucht. Anonym ist er deshalb nicht. Der Angerufene sieht deinen Account, in aller Regel also deinen Namen und dein Profilbild, und bei WhatsApp hängt der Account ohnehin an deiner Telefonnummer. Du tauschst hier nur aus, wer den Verbindungsnachweis führt, nämlich den Anbieter des Dienstes statt den des Mobilfunknetzes.

Anonym eine SMS schreiben geht über das normale Netz gar nicht. Die Absendernummer steht im Protokoll der Nachricht, und #31# wirkt ausschließlich auf Anrufe. Webdienste, die SMS mit frei wählbarer Absenderkennung verschicken, existieren zwar, kennen aber deine Zahlungsdaten und deine IP-Adresse, und wer damit eine fremde Kennung vortäuscht, bewegt sich schnell im strafbaren Bereich.

Für den harmlosen Normalfall, dass man einfach seine private Nummer nicht herausgeben möchte, ist die zweite Nummer der ruhigere Weg. Eine Prepaid-Karte oder eine eSIM als Zweitnummer im selben Gerät kostet wenig, ist unverdächtig und lässt sich für Kleinanzeigen, Vermietungen oder Anmeldungen verwenden, ohne dass jemand deinen Hauptanschluss erfährt. Anonym gegenüber dem Anbieter bist du damit nicht, denn Prepaid-Karten müssen in Deutschland seit Jahren mit Ausweis registriert werden. Gegenüber der Person am anderen Ende funktioniert es hervorragend, und im Gegensatz zur Unterdrückung wirkt es auch bei SMS, Messenger-Anmeldungen und Rückrufen.

Eine einzelne Telefonnummer verrät mehr, als die meisten denken, sobald sie an einer Stelle öffentlich wird. Sie ist eine der stabilsten Kennungen überhaupt, weil sie sich über Jahre nicht ändert und in Dutzenden Konten als Wiedererkennungsmerkmal dient. Damit gehört sie zu genau den Merkmalen, aus denen sich eine digitale Identität zusammensetzt.

Ist anonymes Anrufen erlaubt

Ja, für Privatpersonen uneingeschränkt. Das Recht auf Unterdrückung der eigenen Rufnummer ist gesetzlich verankert, und zwar als Anspruch gegen den Anbieter, der diese Möglichkeit einfach und kostenlos anbieten muss. Niemand darf dich zwingen, deine Nummer preiszugeben.

Grenzen bestehen an zwei Stellen. Werbeanrufe müssen mit sichtbarer Nummer erfolgen. Und wenn du unter unterdrückter Nummer jemanden belästigst, bedrohst oder täuschst, ist die Unterdrückung kein Schutz, sondern höchstens ein Umstand, der die Aufklärung verzögert, bis der Anbieter Auskunft erteilt.

Umgekehrt darf dein Gegenüber anonyme Anrufe komplett ablehnen, und viele Ämter, Praxen und Firmen tun das aus gutem Grund. Wer dort etwas erreichen möchte, kommt um ein einmaliges *31# nicht herum.

Was bleibt

Rufnummernunterdrückung ist eine gute, kostenlose und in Sekunden aktivierbare Funktion mit einem klar umrissenen Zweck. Sie verhindert, dass eine fremde Person deine Nummer speichert, weitergibt oder zurückruft. Für die Kleinanzeige, den ersten Kontakt mit einem Unbekannten oder den Anruf bei einer Firma, deren Werbeabteilung du nicht kennenlernen willst, ist sie genau das richtige Werkzeug.

Was sie nicht leistet, sollte man ebenso nüchtern sehen. Im Netz bleibt jeder Anruf vollständig protokolliert, mit beiden Nummern, Zeitpunkt, Dauer und im Mobilfunk der Funkzelle. Notrufe und einige Sonderanschlüsse sehen dich ohnehin. Und die Gegenrichtung, das Aufdecken einer unterdrückten Nummer, bleibt Anbietern und Behörden vorbehalten, was für Betroffene mühsam ist und im Sinne der Sache richtig bleibt.

Wer mehr will als eine leere Display-Zeile, braucht eine andere Nummer und nicht eine versteckte. Alles dazwischen ist Aufwand ohne Ertrag, und die Anbieter der entsprechenden Apps wissen das genau.

Häufige Fragen

Wie ruft man anonym an?
Du wählst die Vorwahl #31# unmittelbar vor der eigentlichen Rufnummer, also zum Beispiel #31#01701234567, und startest den Anruf ganz normal. Beim Angerufenen erscheint dann statt deiner Nummer der Hinweis Unbekannt oder Anonym. Der Code gilt nur für diesen einen Anruf, danach sendet dein Telefon wieder wie gewohnt. Wer die Unterdrückung dauerhaft möchte, stellt sie stattdessen in den Telefoneinstellungen oder beim Anbieter ein.
Wie kann ich am iPhone anonym anrufen?
Öffne Einstellungen, scroll zu Apps und dann Telefon, dort findest du den Schalter Meine Anrufer-ID senden. Stellst du ihn aus, gehen ab sofort alle Anrufe ohne deine Nummer heraus. Ist die Option ausgegraut oder fehlt sie ganz, hat dein Mobilfunkanbieter sie gesperrt oder das Netz meldet sie gerade nicht zurück, dann hilft nur der Weg über den Kundenservice. Für einen einzelnen Anruf reicht die Vorwahl #31#.
Wie unterdrücke ich meine Nummer auf Android?
Der Weg unterscheidet sich je nach Hersteller, führt aber immer über die Telefon-App: die drei Punkte oben rechts, dann Einstellungen, dort Anrufkonten oder Zusatzdienste und schließlich Anrufer-ID. Zur Wahl stehen üblicherweise Netzwerkstandard, Nummer anzeigen und Nummer unterdrücken. Bei zwei SIM-Karten musst du die Einstellung für jede Karte getrennt setzen, das wird gern übersehen.
Kann man anonyme Anrufe zurückverfolgen?
Als Privatperson praktisch nicht. Die Nummer ist im Netz vorhanden, dein Telefon bekommt sie aber nie zu sehen, deshalb kann auch keine App sie nachträglich sichtbar machen. Zurückverfolgen können nur dein Anbieter und die Ermittlungsbehörden. Bei bedrohenden oder belästigenden Anrufen gibt es dafür ein festes Verfahren nach Paragraf 14 des TDDDG, früher Paragraf 101 TKG, das du schriftlich beantragen musst und das erst ab Antragstellung wirkt.
Kann man eine unterdrückte Nummer herausfinden?
Nicht mit Bordmitteln und nicht mit einer App. Dienste, die das versprechen, arbeiten in aller Regel mit einer Umleitung deiner Anrufe über ihre eigene Technik und finanzieren sich über ein Abonnement, das schwerer zu kündigen ist als abzuschließen. Der einzige belastbare Weg führt über deinen Anbieter, im Ernstfall über eine Anzeige bei der Polizei. Alles andere kostet Geld und liefert nichts.
Wie kann ich anonyme Anrufe sperren?
Am iPhone gibt es unter Einstellungen, Apps, Telefon die Option Unbekannte Anrufer stummschalten, die alle Nummern aussortiert, die weder im Adressbuch stehen noch von dir angerufen wurden. Auf Android sitzt in der Telefon-App unter Einstellungen und Blockierte Nummern ein Schalter für unbekannte oder unterdrückte Anrufer. Am Festnetz bieten die meisten Router und Anbieter eine vergleichbare Funktion, oft Anonyme Anrufe abweisen genannt.
Sieht mein Anbieter, wen ich anonym anrufe?
Ja, vollständig. Die Unterdrückung ist ein Vermerk an der Verbindung, kein Löschen der Nummer. Dein Anbieter baut die Verbindung auf, rechnet sie ab und speichert die Verkehrsdaten wie bei jedem anderen Anruf auch: welche Nummer wen wann wie lange angerufen hat, bei Mobilfunk dazu die Funkzelle. Anonym bist du nur auf dem Display der anderen Seite.
Kann ich anonym eine SMS schreiben?
Über das normale Mobilfunknetz nicht, denn eine SMS trägt die Absendernummer im Protokoll und der Code #31# wirkt nur auf Anrufe. Es gibt Webdienste, die SMS mit fremder Absenderkennung verschicken, doch die kennen deine Zahlungsdaten, protokollieren deine IP-Adresse und ihr Einsatz bewegt sich je nach Absicht im strafbaren Bereich. Wer schlicht seine private Nummer nicht preisgeben will, fährt mit einer zweiten Prepaid-SIM oder einer eSIM besser.
Werden anonyme Anrufe bei 110 und 112 auch unterdrückt?
Nein, und das ist gesetzlich so festgelegt. Bei den Notrufnummern 112 und 110 sowie beim ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 darf die Rufnummernanzeige nicht ausgeschlossen werden. Deine Nummer wird dort übermittelt, unabhängig davon, was du eingestellt hast, damit ein abgebrochener Notruf zurückverfolgt werden kann. Gleiches gilt sinngemäß für einige Behördenanschlüsse.
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