Benutzername suchen: wie ein Nickname all deine Konten verbindet

Wer überall denselben Benutzernamen nutzt, verbindet Forum, Spiel und Profil zu einer Spur. Wie das funktioniert und wie du deinen Namen selbst prüfst.

Eine Reihe gleicher Messinghaken an einer dunklen Wand, an jedem hängt derselbe leere Anhänger an einer Schnur, nur einer davon liegt in einem schmalen warmen Lichtkegel
Alle Bilder in diesem Artikel sind KI-generierte Symbolbilder.

Ein Benutzername wirkt wie eine kleine Maske. Wer im Forum “nordlicht_87” heißt, nennt dort weder Vornamen noch Wohnort und fühlt sich entsprechend unerkannt. Das Problem beginnt, wenn derselbe Name auch im Spieleprofil steht, beim alten Kleinanzeigen-Konto und auf der Fotoplattform, auf der irgendwann ein Bild mit Gesicht gelandet ist. Dann reicht ein einziges Profil mit Klarnamen, und alle anderen hängen daran.

Dieser Text schaut aus der Sicht derer auf das Thema, deren Nickname seit Jahren überall gleich ist. Er beginnt mit zwei Fällen aus Gerichtsakten, in denen genau das den Ausschlag gab. Danach geht es darum, warum Benutzernamen sich so leicht quer durchs Netz verfolgen lassen und wie du deinen eigenen Namen mit Werkzeugen wie WhatsMyName oder Namechk prüfst, bevor es ein anderer tut. Am Ende geht es darum, was das Trennen von Konten bringt und wo die Suche an ihre Grenzen stößt.

Der Fall altoid: ein Forumsbeitrag aus dem Januar 2011

Am 27. Januar 2011 fragte ein Nutzer auf shroomery.org, einem Forum über Pilze mit psychoaktiver Wirkung, ob jemand einen anonymen Online-Marktplatz kenne. Er sei auf eine Seite namens Silk Road gestoßen, einen versteckten Dienst im Tor-Netz, auf dem man angeblich alles anonym kaufen und verkaufen könne. Der Nutzer hieß “altoid”. Es war sein einziger Beitrag in diesem Forum.

Zwei Tage später tauchte derselbe Name auf bitcointalk.org auf, einem Forum rund um die Digitalwährung Bitcoin. Wieder ging es um Silk Road, wieder endete der Beitrag mit fast derselben Bitte, man möge sagen, was man davon halte. Auf Silk Road wurden später vor allem Drogen gehandelt.

Im Oktober 2011, etwa acht Monate später, schrieb “altoid” auf Bitcoin Talk noch einmal. Diesmal suchte er einen IT-Fachmann für ein Bitcoin-Startup mit Investoren im Rücken. Interessierte sollten sich melden, und zwar bei “rossulbricht at gmail dot com”.

So steht es in der Strafanzeige gegen Ross Ulbricht, die ein FBI-Agent am 27. September 2013 vor einem Bundesgericht in New York beschwor. Das Dokument zeichnet die Kette nüchtern nach. Das Gmail-Konto war laut Google auf Ross Ulbricht registriert. Das zugehörige Google-Profil zeigte dasselbe Bild wie sein LinkedIn-Profil. Vom Google-Profil führten Links zu Videos des Mises Institute, einer libertären Denkfabrik, und auf deren Website gab es ein Profil “Ross Ulbricht” mit demselben Foto. Auch der Silk-Road-Betreiber, der sich “Dread Pirate Roberts” nannte, verlinkte in seiner Forensignatur auf dieses Institut.

Gefunden hatte die Spur allerdings jemand, der in der Anzeige nur “Agent-1” heißt. Die New York Times nannte ihn am 25. Dezember 2015 beim Namen: Gary Alford, ein Ermittler der US-Steuerbehörde IRS, der seit Februar 2013 einer Arbeitsgruppe der Drogenbehörde DEA zugeteilt war. Sein wichtigstes Werkzeug war laut der Zeitung Google. Er suchte mit der erweiterten Suche gezielt nach Beiträgen aus der Zeit, bevor Silk Road online ging, und stieß Ende Mai 2013 auf “altoid”.

Anfang Juni las er alles, was “altoid” je geschrieben hatte. Dabei fand er die Nachricht mit der Mailadresse, die der Verfasser offenbar gelöscht hatte. Sie war trotzdem noch da, weil ein anderer Nutzer sie in seiner Antwort zitiert hatte. Bis Kollegen den Hinweis ernst nahmen, vergingen nach Darstellung der Zeitung noch Monate. Am 2. Oktober 2013 wurde Ulbricht in einer öffentlichen Bibliothek in San Francisco festgenommen.

Umbenennen nach einer Minute

Ein Detail aus derselben Anzeige zeigt, was eine Umbenennung leistet. Am 5. März 2012 legte jemand auf Stack Overflow, einer Frageseite für Programmierer, ein Konto mit dem Namen “Ross Ulbricht” und der Gmail-Adresse an. Am 16. März stellte er dort eine Frage, wie man sich mit PHP zu einem versteckten Tor-Dienst verbindet. Weniger als eine Minute danach änderte er den Namen auf “frosty”, Wochen später auch die Mailadresse.

Der Name verschwand von der Seite. Bei Stack Overflow blieb er im Protokoll, und die Ermittler bekamen diese Unterlagen. Für den Betreiber war es die ganze Zeit dasselbe Konto mit einem neuen Etikett.

Alpha02: ein Name aus dem Jahr 2008

Der zweite Fall liegt sechs Jahre später und folgt demselben Muster. AlphaBay ging im Dezember 2014 als Marktplatz im Darknet online. In den häufigen Fragen der Seite hieß es, gegründet habe ihn “alpha02”, ein angesehenes Mitglied der meisten Foren für Kreditkartenbetrug. Im August 2015 kündigte der Betreiber an, das Konto “Alpha02” werde in “Admin” umbenannt. Laut der Klageschrift des US-Justizministeriums vom 19. Juli 2017 zeigte das Profil später, dass es dasselbe Konto geblieben war. Nur der Name hatte gewechselt.

Im Dezember 2016 erfuhren Ermittler, dass in den Kopfzeilen der Willkommensmail von AlphaBay eine Absenderadresse stand: [email protected]. Sie gehörte einem Kanadier namens Alexandre Cazes, geboren am 19. Oktober 1991. Die Klageschrift vermerkt ausdrücklich, dass das Geburtsjahr zur Zahl in der Mailadresse passt.

Dann kam der Name selbst. In einem französischsprachigen Technikforum fand sich ein Beitrag vom 3. Dezember 2008, in dem ein Nutzer namens “Alpha02” erklärte, wie man einen Virus von einem Digitalfoto entfernt. Unter den Beitrag hatte er seinen vollen Namen geschrieben, Alexandre Cazes, und eine Mailadresse. Sechs Jahre zwischen einem harmlosen Hilfe-Beitrag und einem Drogenmarkt, und der Nickname hatte beides zusammengehalten.

Beide Fälle betreffen Menschen, die Straftaten begangen haben, und beide Ermittlungen hatten mehr Mittel als ein Forum und eine Suchmaschine. Lehrreich sind sie trotzdem, weil die entscheidende Spur in beiden Fällen jedem offen stand. Ein alter Beitrag unter einem wiederverwendeten Namen und eine Jahreszahl in einer Mailadresse genügten. Das funktioniert bei einer Person, die nichts zu verbergen hat, genauso, nur sucht dann vielleicht kein Steuerfahnder, sondern ein Stalker, ein Arbeitgeber oder jemand, der eine passgenaue Betrugsmail schreiben will.

Warum ein Benutzername so leicht zu verfolgen ist

Eine offene Holztür in einem dunklen, dunstigen Raum, quer durch das Bild läuft ein einzelner warm leuchtender Faden
Ein Name, viele Türen. Wer den Faden an einer Stelle findet, kommt durch alle anderen.

Die meisten Plattformen bauen die Adresse eines Profils direkt aus dem Namen. Wer auf einer Seite “nordlicht_87” heißt, ist dort meist unter einer Adresse nach dem Muster plattform.com/nordlicht_87 erreichbar. Eine Studie der Arizona State University von 2009 hat das bei 36 Online-Gemeinschaften geprüft und bei allen solche Adressen gefunden.

Daraus folgt der Rest fast von selbst. Wer einen Namen kennt, setzt ihn nacheinander in die Adressmuster vieler Seiten ein und schaut, wo ein Profil antwortet und wo nicht. Genau das automatisieren Werkzeuge wie WhatsMyName. Das Projekt besteht aus einer offenen Liste, die seit 2015 gepflegt wird. Für jede Seite steht dort, welche Adresse abgefragt wird und woran man erkennt, ob es den Namen gibt. Als wir die Liste am 6. Oktober 2026 gezählt haben, umfasste sie 717 Seiten, von sozialen Netzwerken über Spiele- und Programmierplattformen bis zu Dating-Seiten. Das bekannte Kommandozeilen-Werkzeug Sherlock arbeitet nach demselben Prinzip mit über 400 Seiten.

Aufschlussreich ist eine Aufnahmeregel von WhatsMyName. Eine Seite kommt nur auf die Liste, wenn der Benutzername direkt in der Profiladresse steht. Seiten, die Namen durch eine Nummer ersetzen, fallen heraus. Das Muster ist also die Grundlage dieser ganzen Suche.

Dazu kommt das Verhalten der Menschen. In der Studie von 2009 hatten die Forscher gut hunderttausend Namenspaare von Nutzern ausgewertet, die ihre Konten auf anderen Seiten selbst aufgelistet hatten. In 59 Prozent der Fälle war der Name auf beiden Seiten identisch. In einer zweiten Auswertung tauchte der Name in 77 Prozent der Fälle zumindest unter den übrigen Namen derselben Person wieder auf. Die Stichprobe ist alt und nicht repräsentativ, die Richtung ist trotzdem klar.

Wie viel ein einzelner Name verrät, haben französische Forscher 2011 mit Millionen Benutzernamen von Google und eBay untersucht. Ihr Ergebnis: Die große Mehrheit der Namen in ihren Daten war so selten, dass sie eine Person selbst unter einer Milliarde Menschen eindeutig bezeichnen würde. Leicht abgewandelte Varianten wie “daniele.perito” und “d.perito” konnten sie in einem großen Teil der Fälle einander zuordnen. Die Autoren schrieben auch, dass Menschen ihre Namen selten ändern, und wenn, dann auf vorhersehbare Weise.

Was in einem Nickname steckt

Viele Benutzernamen tragen mehr Information, als ihren Besitzern bewusst ist. Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz, die die Initiative klicksafe für Medienkompetenz trägt, rät deshalb, dass Benutzernamen niemals das Geburtsjahr, das Alter oder Hinweise auf den Wohnort enthalten sollten. Der Fall Cazes zeigt, warum: Die 91 in der Adresse war für sich genommen nichts. Mit einem Vornamen zusammen wurde sie zu einem Suchkriterium.

Die französische Studie beschreibt diesen Puzzle-Effekt ausdrücklich. Ein Geburtsdatum auf einer Seite lässt sich mit einem Wohnort und einem Vornamen auf einer anderen verbinden, und am Ende steht eine reale Person.

Eine Wand aus gleichförmigen Metallbriefkästen in einem dunklen Treppenhaus, alle mit demselben leeren Namensrahmen, seitlich von warmem Licht gestreift
Von außen sieht jeder Kasten gleich aus. Was ihn unterscheidet, steht im kleinen Rahmen.
Was im Namen stecktBeispielWas es verrät
Geburtsjahr oder Alterjulia1994, max_31grenzt den Personenkreis stark ein, oft bis auf wenige Treffer
Ort oder Regionkiezkind_ffm, nordlicht_hhWohnort oder Herkunft, zusammen mit Hobby schnell eindeutig
Teil des echten Namensm.schulz, jonas.bdirekter Weg zur Person, besonders mit Foto
Präfix der Mailadressegleich wie vor dem @verbindet Konten mit Mailkonto und Datenlecks
Lang genutzter Fantasienamederselbe seit der Schulzeitverknüpft Jahrzehnte, alte Foren mit neuen Profilen

Der vierte Punkt ist der unauffälligste. Wer als Nickname einfach das nimmt, was vor dem @ seiner Mailadresse steht, gibt mit jedem Profil die halbe Adresse preis. Wie Angreifer prüfen, bei welchen Diensten eine Mailadresse registriert ist, beschreibt unser Artikel über OSINT, zu dessen Reihe auch dieser Text gehört.

Den eigenen Namen prüfen: WhatsMyName und Namechk

Wer Social-Media-Accounts finden will, die zu einem Namen gehören, benutzt meist genau diese Dienste. Am einfachsten siehst du deine eigene Spur also, wenn du dieselben Werkzeuge auf dich selbst anwendest. Die Weboberfläche von WhatsMyName liegt unter whatsmyname.app, Namechk unter namechk.com. Beide sind kostenlos und brauchen kein Konto. Namechk war ursprünglich dafür gedacht, vor einer Firmengründung zu prüfen, ob ein Name auf Plattformen und als Domain noch frei ist. Laut dem Werkzeugverzeichnis der Rechercheplattform Bellingcat deckt es mehr als hundert Seiten ab. WhatsMyName ist mit seiner Liste von über 700 Seiten deutlich gründlicher.

Gib nicht nur deinen aktuellen Nickname ein. Interessant sind die Namen, die du vergessen hast: der aus der Schulzeit, der aus dem ersten Spiel, der aus dem Forum, in dem du mit zwanzig sehr viel geschrieben hast. Dazu kommen Schreibvarianten mit Punkt, Unterstrich oder angehängter Zahl. Die französischen Forscher zeigten, dass genau solche Varianten sich gut zusammenführen lassen.

Bei jedem Treffer lohnt sich ein Blick auf die Profilseite selbst. Ist das überhaupt dein Konto? Was steht im Profiltext, welches Bild ist zu sehen, verlinkt das Profil auf andere Konten? Eine Verlinkung von einem Profil zum nächsten ist für jemanden, der dich sucht, bequemer als jede Werkzeugliste. Notiere dir, was du findest. Am Ende hast du eine Liste von Konten, von denen du einige wahrscheinlich nicht mehr auf dem Schirm hattest.

Wer weiter gehen will, kombiniert die Suche nach dem Nickname mit einer Suche nach dem eigenen Klarnamen und alten Mailadressen. Wie das geht, steht in unserem Text über die Personensuche nach sich selbst.

Konten trennen: was wirklich hilft

Der wichtigste Schritt klingt banal. Nutze für verschiedene Lebensbereiche verschiedene Namen. Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz formuliert es so: Ein Pseudonym kann Rückschlüsse auf die Identität zulassen, wenn es bei unterschiedlichen Diensten benutzt wird, und um das Zusammenführen von Profilen zu verhindern, sollte überall ein einzigartiges Pseudonym verwendet werden. Die französischen Forscher kamen 2011 zur selben Empfehlung. Ein Name für das berufliche Profil, ein anderer für Spiele, ein dritter für das Forum über deine Krankheit oder dein Hobby, und keiner davon mit Jahreszahl oder Stadt.

Alte Konten, die du nicht mehr brauchst, solltest du löschen statt nur liegen zu lassen. Ein verwaister Account aus dem Jahr 2012 verbindet deinen Namen weiter mit allem, was damals darin stand. Wie Löschen bei Konten und Diensten tatsächlich abläuft und warum es selten so endgültig ist, wie es klingt, beschreibt unser Text darüber, wie man Daten wirklich löscht.

Umbenennen ist die schwächere Lösung. Die Fälle von Stack Overflow und AlphaBay zeigen, dass der Betreiber das Konto weiter als dasselbe führt. Dazu kommen Zitate in Antworten anderer, Erwähnungen und Kopien in Webarchiven, die den alten Namen behalten. Eine Umbenennung hilft gegen künftige Suchen nach dem alten Namen auf dieser einen Seite. Die Vergangenheit holt sie nicht zurück. Ob und wie oft sich ein Name ändern lässt, ist von Plattform zu Plattform verschieden. Ein Blick in die Hilfe des jeweiligen Dienstes lohnt vor dem Wechsel.

Unterschätzt wird das Profilbild. Wer auf getrennten Konten dasselbe Foto benutzt, verbindet sie wieder, auch bei unterschiedlichen Namen. Bei Ulbricht war genau das ein Glied der Kette: dasselbe Bild bei Google, LinkedIn und auf der Website des Instituts. Wie leicht sich identische Bilder im Netz wiederfinden lassen, zeigt unser Artikel zur Bilder-Rückwärtssuche. Für jedes Konto ein eigenes Bild, oder gar keins.

Wo die Suche an Grenzen stößt

Eine Spur gleicher Schuhabdrücke, die über einen dunklen Boden mit Staub und einer hellen Steinplatte läuft, im flachen warmen Seitenlicht
Dasselbe Profil im Boden heißt noch nicht, dass derselbe Mensch gegangen ist.

Ein Treffer bei WhatsMyName heißt nur, dass es auf einer Seite ein Konto mit diesem Namen gibt. Wem es gehört, sagt er nicht. Bellingcat schreibt dazu, ein Benutzername könne auf verschiedenen Plattformen von verschiedenen Menschen benutzt werden, die Ergebnisse seien deshalb als Hinweise und nicht als endgültige Ergebnisse zu behandeln. Gängige Namen schlagen fast überall an und taugen dann zu gar nichts. Die französische Studie verknüpfte “johnsmith” und “johnsmith82” bewusst nicht, weil der Name zu häufig ist.

Dazu kommen technische Fehlalarme. WhatsMyName ist überhaupt entstanden, weil die damals verfügbaren Namensprüfer voller falscher Treffer steckten. Websites ändern ihre Profiladressen und Antworten ständig. Manche Seiten zeigen für jeden beliebigen Namen eine normale Seite an, ob es das Konto gibt oder nicht, andere melden jeden Namen als frei. Sherlock führt eine eigene Liste von Seiten, die es aus genau diesen Gründen wieder entfernt hat.

Für den Selbstcheck heißt das: Prüfe jeden Treffer, bevor du dich sorgst. Und umgekehrt beweist eine leere Ergebnisliste wenig. In der Studie von 2009 war der Name in rund vier von zehn Fällen auf der anderen Seite eben nicht identisch. Plattformen, die Nummern statt Namen in der Adresse verwenden, erfassen diese Werkzeuge gar nicht.

Was bleibt

Ein Benutzername ist bequem, weil man ihn sich merken kann. Genau deshalb taucht derselbe Name über Jahre auf immer neuen Seiten auf, und mit jeder Seite wächst die Spur. Ross Ulbricht hat den Beitrag mit seiner Mailadresse gelöscht, und er überlebte trotzdem im Zitat eines anderen. Alexandre Cazes hat sein Konto umbenannt, und der Name von 2008 stand weiter in einem Forum über Digitalfotos.

Für die meisten Menschen geht es nicht um Ermittler, sondern um die Frage, ob ein Fremder vom Spieleprofil zum Klarnamen und von dort zur Adresse kommt. Eine halbe Stunde mit dem eigenen Nickname in WhatsMyName beantwortet das ziemlich genau. Danach ein paar alte Konten zu löschen und für den nächsten Lebensbereich einen frischen Namen zu wählen, kostet wenig. Rückgängig machen lässt sich eine Verknüpfung, die schon besteht, selten ganz. Eine neue lässt sich leicht vermeiden.

Häufige Fragen

Kann man mit einem Benutzernamen eine Person finden?
Oft ja, wenn der Name selten ist und auf mehreren Seiten auftaucht. Viele Plattformen bauen ihre Profiladresse direkt aus dem Benutzernamen, etwa plattform.com/name. Wer den Namen kennt, kann ihn also auf vielen Seiten nacheinander einsetzen und nachsehen, wo ein Profil existiert. Steht auf einem dieser Profile ein Klarname, ein Foto oder eine Mailadresse, hängen alle anderen Konten mit demselben Namen plötzlich an dieser Person. Bei Allerweltsnamen funktioniert das schlecht, weil dort viele verschiedene Menschen denselben Namen tragen.
Wie finde ich heraus, wo mein Benutzername registriert ist?
Mit freien Diensten wie WhatsMyName oder Namechk. Du gibst deinen eigenen Nickname ein, und der Dienst prüft Hunderte Seiten darauf, ob dort ein Konto mit diesem Namen existiert. WhatsMyName stützt sich auf eine offene Liste mit über 700 Seiten. Die Ergebnisse taugen als Hinweise. Ein Treffer kann auch das Konto eines Fremden sein, der zufällig denselben Namen gewählt hat. Geh die Treffer deshalb einzeln durch und öffne die Profile.
Hilft es, den Benutzernamen zu ändern?
Für die Zukunft ja, für die Vergangenheit nur begrenzt. Ein neuer Name taucht in neuen Suchen unter dem alten Namen nicht mehr auf. Beim Betreiber bleibt das Konto aber dasselbe, und alte Beiträge, Zitate und Kopien in Archiven tragen weiter den früheren Namen. In zwei bekannten US-Strafverfahren lag die Umbenennung den Ermittlern als Protokoll der Plattform beziehungsweise als Profilangabe vor. Sinnvoller ist es, alte Konten zu löschen und für neue Bereiche gleich einen eigenen Namen zu wählen.
Was sollte ein Benutzername nicht enthalten?
Kein Geburtsjahr, kein Alter, keinen Wohnort und möglichst keinen Teil des echten Namens. Das empfiehlt auch die Medienanstalt Rheinland-Pfalz, die die Initiative klicksafe trägt. Eine Zahl wie 91 oder 1987 am Ende wirkt harmlos, grenzt aber zusammen mit einem Vornamen und einer Stadt den Kreis möglicher Personen stark ein. Ebenso heikel ist ein Nickname, der gleichzeitig der vordere Teil deiner Mailadresse ist.
Sind WhatsMyName und Namechk legal?
Die Dienste fragen nur öffentlich erreichbare Profilseiten ab, die jeder im Browser aufrufen könnte. Für den Blick auf den eigenen Namen ist das unproblematisch und sogar sinnvoll. Heikel wird es, wenn jemand die Ergebnisse nutzt, um einer bestimmten Person nachzustellen oder sie unter Druck zu setzen. Dann greifen Paragrafen wie die Nachstellung, und die unterscheiden nicht danach, ob die Information öffentlich war.
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